Warum Warm Ups wichtig sind
Ich weiß, dass du das nicht hören willst. Du möchtest, dass ich lüge und dir sage, dass du auf das Einsingen verzichten kannst. Dass du stattdessen gleich an deinen Songs arbeiten kannst. Leider ist das nicht wahr. Warum Warm Ups wichtig sind, erkläre ich dir heute.
„The way you warm up is the way you’re going to sing.“
Brett Manning
Wie du dich einsingst, so singst du. Brett Manning bezieht das auf Verspannungen. Wenn du beim Einsingen verspannt bist und mit zu viel Druck arbeitest, singst du auch so.
Du kannst es aber auch mit anderen Wörtern ersetzen.
Wenn du dich unter Hektik einsingst, wirst du auch hektisch singen. Deine Atmung wird flach sein, dein Nacken und deine Schultern verspannt und die Muskeln im Kehlkopf müssen zu viel unnötige Spannung aushalten.
Wenn du dich nicht einsingst, wirst du auch nicht (gut) singen. Das Warm Up ist für Sänger, was das Aufwärmen für Sportler ist. Beide, Sänger und Sportler, nutzen ihren Körper und verlangen ihm Dinge ab, die er normalerweise eher nicht tut. Stabhochsprung zum Beispiel ist nicht in unsere Gene eingebrannt. Den Iron Man Marathon bewältigst du nicht ohne ausgiebige Vorbereitung. Einen ganzen Abend mit der Band singen auch nicht.
Wenn du hingegen nett zu deiner Stimme bist und sie auf eine liebevolle Art einsingst, wirst du diese Liebe auch von ihr zurückbekommen.
Warum Warm Up für deine Stimme wichtig ist
Das Einsingen lockert die Muskulatur in und um deinen Kehlkopf. Die ist (a) sehr wichtig fürs Singen und (b) sehr empfindlich. Durch physisches Dehnen von Nacken, Schultern, Unterkiefer und Zunge lockerst du sie. Durch wiederholtes Sanftes Ansummen und SOVTE-Übungen kurbelst du die Durchblutung an und wärmst sie auf. Übermäßiger Schleim wird ebenfalls gelockert und kann dann weggeschluckt werden.
Das Einsingen weckt alle essentiellen Bereiche der Stimme auf und bereitet sie auf die bevorstehenden Aufgaben vor. Dazu zählen u.a. Kopf- und Bruststimme, die Resonanz, die Artikulation und die Atmung.
Warm Ups mindern die Verletzungsgefahr. Dein Stimme ermüdet nicht so schnell und ist vor Überforderung besser geschützt. Dadurch mindert sich auch das Risiko von Heiserkeit. Es pflegt die Stimme rundum.
Letztlich stellst du mit dem Einsingen ein ausgeglichenes Instrument her. Kein Gitarrist spielt gern auf einer zerbeulten Gitarre. Du willst doch sicher dein Bestes geben, oder? Einsingen hilft dir, mit Leichtigkeit zu singen.
„Warmups help build vocal consistency.“
Felicia Ricci
Fazit
Die klassische Gesagspädagogin Franziska Martienßen-Lohmann soll einmal gesagt haben: „Es gibt Sänger, die singen sich auf der Bühne mit leichten Stücken zu Beginn des Konzerts ein. Es soll auch Menschen geben, die meinen, ein Pfefferminzbonbon ersetzt morgens die Zahnbürste.“
Warum Warm Ups wichtig sind? Weil sie dir helfen, das Beste aus deiner Stimme herauszuholen. Weil sie dir helfen, dich auf dich selbst zu besinnen und auf das, was in dem Moment wichtig ist: auf deinen Körper zu hören und ihn zu achten. Denn ohne deinen Körper ist deine Stimme Nichts.
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