Wie du intensiver singen kannst

Willst du spannender klingen und intensiver singen? Dann nutze eine Idee aus dem Recording Studio, um mehr Kontrolle über deinen Ausdruck zu erhalten.

 


Singen ist weit mehr, als nur die Arbeit mit der kleinen Voice Box in deinem Hals. Der gesamte Körper ist beteiligt und auch der Geist.

Manchmal vergessen Sänger das.

Oder ihnen ist dieser Zusammenhang gar nicht klar. (In dem Fall: Bitte schön, gern geschehen.)

Und dann ziehen und zerren an ihrer Stimme, aber sie will einfach nicht gehorchen. Sie macht, was sie will.

 

Dabei ist es so einfach, mehr Kontrolle über deine Stimme zu haben. Über deinen Ausdruck und die Gestaltung deiner Songs. Über die Stellen, bei denen die Energie irgendwie nicht stimmt.

Um bewusster zu singen.

 

Von Null auf 100!

Hast du dir schon mal ein Mischpult angeschaut? Da gibt es reihenweise Knöpfe und Regler.

 

Intensiver singen heißt nicht lauter, sondern besser abgemischt.

Mit den Schiebereglern an einem Mischpult justierst du den Sound.

 

Diese Regler kannst du drehen oder schieben. Sie gehen von 0 (nicht da) bis 10 (voll da). Mit ihnen machst du die Musik ausgeglichener.

 

So kannst du auch über deinen Gesang denken. Die Elemente in deinem Gesang sind nicht alle gleich stark. Manche sind präsenter, andere eher im Hintergrund.

Übrigens: Null macht beim Singen keinen Sinn, deswegen fängt meine Skala immer bei 1 an.

 

Wie intensiv singst du?

Bevor du deine Regler jedoch auf 11 stellst, finde heraus, wie deine persönliche Skala aussieht.

 

  • Wie leise kannst du singen?
  • Wie laut, ohne plump zu schreien?
  • Wie wenig Atem-Support kannst du geben, ohne dass der Ton abbricht?
  • Wie heftig kann dein Atem-Support sein?
  • Wie klar kann deine Stimme sein?
  • Wie hauchig kannst du klingen?
  • Wie stark bist du “energetisch” dabei?
  • Wie weit kannst du die Energie herunterfahren?

 

Die Energie-Level funktionieren bei verschiedenen Elementen deines Gesangs. Vor allem bei der Lautstärke, dem Support, dem Hauch und der allgemeinen Energie ist deine persönliche Skala nützlich.

 

Probier die Übung über mehrere Tage aus. Dann merkst du, wie stark du singen kannst.

Außerdem kannst du besser einschätzen, wie wirksam deine Töne sind. Wenn die Emotionen nicht rüberkommen, passt häufig das Energielevel eines dieser Ausdrucksmittel nicht.

 

Gestern kraftvoll, heute nur Level 6?

Eins gleich noch hinterher: Deine Energielevel schwanken. Das ist normal. Es hängt von deiner Tagesform ab.

 

Du singst mit deinem ganzen Körper und deinem Geist.

 

Deine Skala wird also von gestern zu heute nicht gleich bleiben.

Bist du müde, gestresst oder krank, wirst du wahrscheinlich weniger Energie aufbringen können. Du wirst leiser singen, mit weniger Support und mit mehr Hauch. Müde oder krank wirst du eher unterspannt singen, gestresst hingegen eher überspannt.

Bist du dagegen ausgeschlafen, gesund oder hast positiven Stress („Eustress“, zum Beispiel bei hoher Motivation), wirst du wahrscheinlich mit mehr Energie singen. Du wirst lauter sein, mehr Support einsetzen, mit klarerer Stimme und eher intensiver singen.

 

Nimm dir deshalb Zeit, deine Energie-Level kennenzulernen. Wiederhole die Übung über mehrere Tage.

Probiere sie auch an deinen Songs aus.

 

Nicht alles auf Anschlag!

Musik auf Anschlag aufzudrehen macht nur für ein paar Minuten Spaß. Danach tut es weh.

Genau so ist es auch beim Singen.

 

Dreh nicht alles voll auf.

Dein Support kann eine 9 haben, weil du den Ton lang aushalten willst, nicht weil er laut ist. Deine Klarheit kann nur eine 2 haben, weil dein Hauch-Faktor eine 8 hat.

Eben wie an einem Mischpult.

Um dabei den Durchblick zu behalten, übe mit rotierender Aufmerksamkeit.

 

Und nun viel Spaß beim Ausprobieren und Abmischen.

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